Richtlinien fuer Markisen

Heute gibt es kaum noch etwas, das nicht durch zahlreiche Vorschriften, Richtlinien oder Durchführungsverordnungen geregelt wäre. Markisen machen da natürlich keine Ausnahme.

Der „Bundesverband Konfektion technischer Textilien“, kurz BKTex, hat genau festgelegt, worauf es bei Sonnenschutzeinrichtungen ankommt.

Hersteller, Fachhändler und Bausachverständige sollen damit eine Grundlage erhalten, an der sich die fachgerechte Herstellung und Montage  orientieren kann. Dabei geht es zunächst einmal um die Eigenschaften der verwendeten Textilien. Ihre Beschaffenheit und Beanspruchbarkeit wird anhand von Mindeststandards definiert, die aus der praktischen Erfahrung führender Hersteller und Verarbeiter abgeleitet wurden.

Grundlage ist dabei der jeweilige Stand der technischen Fortentwicklung; deshalb müssen die Richtlinien von Zeit zu Zeit angepasst werden.

Für nahezu alle Bauteile sind Richtwerte und Orientierungsmaßstäbe entwickelt worden. Der Stoff soll reißfest, wasser- und schmutzabweisend, schnell trocknend und luftdurchlässig sein und nicht zu viel wiegen. Eine gute Imprägnierung hat für Haltbarkeit und die Resistenz gegenüber Fäulnisbildung zu sorgen. Für die Wetterechtheit gibt es klar definierte ISO-Normungen, ebenso wie für die Lichtechtheit. Von der Berücksichtigung dieser Vorgaben hängt letztlich die Lebensdauer einer Qualitätsmarkise ab. Bevor ein Markisenstoff in die Produktion gelangt, werden daher umfangreiche Labortests durchgeführt, um ihn hinsichtlich aller Sollwerte auf Herz und Nieren zu prüfen. Auf dem Prüfstand muss der Stoff einiges aushalten, denn hier werden Reißfestigkeit, Dehnungskoeffizienten und die Wasserdruckbeständigkeit exakt ermittelt. Auch für die Gleichmäßigkeit des Gewebes gibt es klare Mindestanforderungen. Immerhin geht es hier um etliche Quadratmeter durchgehender Textiloberfläche. Ärgerlich wäre es, wenn mittendrin auffällige Webfehler, Verknotungen oder optische Unregelmäßigkeiten erheblichen Ausmaßes das Bild stören würden. Minimale Schönheitsfehler sind allerdings bei so großen Stoffbahnen nie gänzlich zu vermeiden.

Jeder, der schon einmal mit einem Segelboot gekentert ist weiß, welche enormen Kräfte Wind auf eine aufgespannte textile Fläche ausüben kann. Manche Markisen sind bis zu sechs Meter breit; entsprechend groß ist ihre Angriffsfläche. An die solide Verankerung  sind deshalb besonders hohe Anforderungen zu stellen. Mittlerweile sind sogar integrierte Windsensoren möglich, die die Belastung erfassen und die ausgefahrene Fläche bei Bedarf automatisch reduzieren.